Milben-Allergie


Die Hausstauballergie wird auch als Milben-Allergie bezeichnet und durch Eiweiße hervorgerufen, die im Kot der Hausstaubmilben enthalten sind. Das wichtigste Milben-Allergie-auslösende Allergen ist dabei das sogenannte P1-Antigen. Hausstaubmilben haben ideale Lebensbedingungen in menschlichen Wohnräumen, insbesondere in Teppichen, Polstern und Betten. Deshalb tritt die Milben-Allergie bei Allergikern in der Regel in Innenräumen auf.

Milben-Allergie – die Symptome

Wer von einer Milben-Allergie betroffen ist, reagiert in der Regel mit geröteten, juckenden Augen, Husten und Niesanfällen. Ist die Milben-Allergie besonders stark ausgeprägt können die Symptome auch zu asthmatischem Husten und Hautrötungen führen. In diesem Fall muss so schnell wie möglich ein Krankenhaus aufgesucht werden. Besonders problematisch ist das auftreten eines dauerhaften Schnupfens, der durch eine Milben-Allergie hervorgerufen wird, denn dieser kann sich zu einem chronischen Asthma entwickeln. Um diesen sogenannten „Etagenwechsel“ zu vermeiden, ist es dringend erforderlich, die Symptome der Milben-Allergie so gering wie möglich zu halten. Ist die Milben-Allergie besonders stark ausgeprägt, ist eine ambulante Desensibilisierung ratsam, bei der die Allergie über einen längeren Behandlungszeitraum weitestgehend beseitigt werden kann.

Milderung der allergischen Symptome

Um Menschen, die von einer Milben-Allergie betroffen sind das Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern und die Symptome so weit wie möglich abzumildern, gibt es eine Reihe von Maßnahmen. Die Grundmaßnahmen bei der Linderung der Milben-Allergie sind regelmäßiges Staubsaugen, Staubwischen und Lüften der Wohnung. Denn der Kot der Hausstaubmilben sammelt sich vor allem im Staub der Wohnung. Da die Hausstaubmilben bei einer Luftfeuchte von unter 50% absterben, sollte zur Bekämpfung der Milben-Allergie die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung so gering wie möglich gehalten werden. Für Kissen und Bettdecken eignet sich besonders gut Bettwäsche gegen Hausstaubmilben. Generell sollten Staubfänger wie Plüschtiere, überflüssige Kissen und Polstermöbel ganz aus der Wohnung, beziehungsweise aus dem Schlafzimmer beseitigt werden, um die Symptome der Milben-Allergie so gering wie möglich zu halten. Ein Kopfkisseninhalt besteht zum Beispiel nach etwa zwei Jahren zu 10% aus abgestorbenen Milben und deren Kot.

Die Milben-Allergie zeigt sich als sogenannte Hausstauballergie. Wenn eine Allergie gegen den Hausstaub vorliegt, kann man in den überwiegenden Fällen davon ausgehen, dass eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers gegen den Kot der Hausstaubmilbe vorliegt. Dabei finden sich besonders zwei Milben-Arten, die Arten Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae, im Staub. Beide Milben-Arten werden durch kleine, nur durchs Mikroskop sichtbare Spinnentierchen repräsentiert. In einem Gramm Hausstaub können sich bis zu 1.500 Milben befinden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Hautschuppen, Schimmelpilzen, Nahrungsmittelresten und anderem organischen Material, welches sich im Staub befindet. Besonders gut gedeihen sie bei Raumtemperatur und Vorhandensein von Feuchtigkeit. Diese Lebensbedingungen werden besonders leicht im Bett, den Matratzen und der Bettwäsche erreicht. Die ständige Absonderung von Hautschuppen und Schweiß beim Schlafen schafft die Nahrungsgrundlage für die Milben. Außerdem fördert die angenehme Raumtemperatur ihr Gedeihen. In den allermeisten Fällen stellen die Milben kein Problem dar. Sie werden vom Menschen gar nicht wahrgenommen und befinden sich überall. Selbst sehr saubere Bettwäsche enthält Spinnmilben. Wenn es jedoch zu allergischen Reaktionen kommt, ist das für die Betroffenen im besten Fall sehr unangenehm, in schwerwiegenden Fällen kann sogar ein lebensgefährlicher anaphylaktischer Schock auftreten.

Ursachen der Milben-Allergie

Die Milben-Allergie ist eine überschießende Immunreaktion gegen den Kot der Spinnmilben. Das Immunsystem reagiert also nicht gegen die Spinnmilben an sich, sondern gegen bestimmte Proteine in ihren Ausscheidungsprodukten. Dabei ist die Milben-Allergie eine Allergie vom Typ I. Beim Erstkontakt mit dem Allergen kommt es noch zu keiner Reaktion. Zunächst wird die Antikörperbildung angeregt. Erst bei einem Zweitkontakt kommt es zur Auslösung einer allergischen Sofortreaktion. Dann werden Entzündungsreaktionen ausgelöst, um die eigentlich harmlosen Allergene zu bekämpfen. Wie kommt es aber dazu, dass das Immunsystem harmlose Allergene bekämpft, also sozusagen wahllos reagiert. Die Ursachen sind vielfältig. Ursachen sind u. a. genetische Faktoren, Schwächung des Immunsystems durch Krankheiten, Stress oder auch Schadstoffbelastungen. Besonders bei einer langfristigen Schadstoffbelastung werden die Schleimhäute dauerhaft beschädigt, was den Eintritt von Allergenen in den Körper begünstigt. So ist es möglich, dass die Allergie, in diesem Fall die Milben-Allergie, erst nach jahrelangem Kontakt mit den Allergenen ausbricht. Hat sich die Milben-Allergie erst einmal etabliert, können nur therapeutische Maßnahmen zu ihrem Abklingen beitragen.

Symptome der Milben-Allergie

Die Milben-Allergie äußert sich in verschiedenen Symptomen. Charakteristisch sind ständige Niesanfälle, die besonders morgens nach dem Aufstehen auftreten. Nach einiger Zeit entwickeln sich ein chronischer Schnupfen und eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit juckenden, geröteten und anschwellenden Schleimhäuten der Augen. Auch Hautausschläge werden beobachtet. Des Weiteren können Hals- und Ohrenschmerzen dazukommen. Es kann sich auch ein chronischer Hustenreiz herausbilden. Langfristig ist ein sogenannter Etagenwechsel möglich, wobei sich eine chronische Bronchitis oder sogar Asthma entwickelt. In schweren Fällen kann es sogar zum anaphylaktischen Schock mit manchmal tödlichen Ausgang kommen. Besonders mit dem Beginn der Heizperiode können sich die Symptome verstärken, weil dann die Spinnmilben absterben und zerfallen. Dabei werden weitere Allergene freigesetzt, die in der durch die Wärme zirkulierenden trockenen Luft noch besser wirken können.

Diagnostik der Milben-Allergie

Zur Diagnostik von Allergien werden in der Regel Hauttests zur Provozierung allergischer Reaktionen durchgeführt. Meist wird die Allergie durch den Prick-Test identifiziert. Dabei werden auf den Unterarm des Patienten Tropfen verschiedener wässriger Allergen-Lösungen gegeben und die Haut unter den Tropfen mit einer speziellen Nadel angeritzt. Durch das Auftreten entsprechender Sofortreaktionen, wobei eine Rötung an der entsprechenden Hautstelle entsteht, kann die Allergie identifiziert werden. Auch andere Hauttests werden angewendet, wobei noch der Epikutantest zu erwähnen ist. Hier werden Pflaster mit in Vaseline eingearbeiteten Allergenen auf die Haut geklebt. Weiterhin können auch durch Blutuntersuchungen die entsprechenden Antikörper bestimmt werden.

Therapie der Milben-Allergie

Wie andere Allergien vom Soforttyp kann auch die Milben-Allergie durch eine Hyposensibilisierung therapiert werden. Dabei kommt es nicht zur Heilung der Allergie, sondern zur Abmilderung der Symptome. Das kann so weit führen, dass gar keine Symptome mehr auftreten. Bei der Hyposensibilisierung wird der Organismus über Jahre hinweg mit dem Allergen durch Spritzen konfrontiert. So lernt das Immunsystem gewissermaßen, dass die Allergene harmlos sind, wobei sich die Reaktionen so lange abschwächen, bis sie ganz aufhören.

Vorbeugung vor einer Milben-Allergie

Hat man eine Milben-Allergie diagnostiziert, ist es wichtig, neben der Behandlung der Symptome und der Hyposensibilisierung, den Kontakt mit den Milben so weit wie möglich zu meiden. Dazu eignen sich folgende Maßnahmen:

  • Häufiges Lüften von Betten und Wohnräumen.
  • Häufiges Waschen von Bettdecken und Kopfkissen bei 95 Grad zur Abtötung der Milben.
  • Austausch von Matratzen, wenn die älter als acht Jahre sind.
  • Vermeiden von federhaltigen Decken und Kopfkissen.
  • Verwendung eines Staubsaugers mit Mikrofilter (HEPA-Filter), um ein Ausblasen von milbenkothaltiger Abluft zu vermeiden.
  • Verwendung von Schaumstoffmatratzen und allergenundurchlässige Hüllen für Betten und Matratzen (Encasings).
  • Behandlung von Teppichen und Polstermöbeln mit einem Antimilbenspray.

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