Hausstauballergie


Tränende Augen und eine laufende Nase sind häufig ein Anzeichen einer Allergie. Doch muss diese nicht ausschließlich auf den Pollenflug von Pflanzen oder die Unverträglichkeit gegenüber Tieren zurückgehen. Selbst der normale Hausstaub kann bereits schädlich für Allergiker sein. Neben den genannten Symptomen, die sich auf die Augen und die Nase beziehen, ist zudem mit Asthma-Anfällen zu rechnen. In der Regel treten die Beschwerden auf, wenn der Hausstaub in besonders großen Mengen eingeatmet wird. Das ist etwa beim Liegen im Bett der Fall. Ebenso wirbelt der Hausputz oder das Bettenmachen solche Partikel auf. Auch Staubsauger können die Zirkulation der Allergene unterstützen. Sie saugen den Staub zwar auf, stoßen die sehr feinen und nicht sichtbaren Einzelteile jedoch mit der Abluft wieder aus.

Was sind die Auslöser einer Hausstauballergie?

Die Hausstauballergie wird von allen Substanzen ausgelöst, die gemeinhin als Staub bezeichnet werden. Hiebei handelt es sich um feste Teilchen, die sich etwa direkt in der Luft befinden oder die so leicht sind, dass sie sehr schnell aufgewirbelt werden können. Das sind beispielsweise Ablagerungen von feinem Sand, Haaren oder Körperschuppen. Daneben können es die Hinterlassenschaften von kleinen Milben sein. Diese machen es sich gerne in warmen Bereichen des Hauses gemütlich. Dazu zählt nicht zuletzt das Bett oder die Kleidung. Auch Teppiche werden von ihnen bevölkert. Sie mögen mit ihrer geringen Größe für das menschliche Auge unsichtbar wirken. Doch lassen sich in einem Bett meist einige Tausend der kleinen Insekten nachweisen. Wobei nicht nur sie alleine die Hausstauballergie auslösen. Auch der Kot, den sie überall hinterlassen, kann für den Menschen schädlich sein.

Wie wird eine Hausstauballergie therapiert?

Entscheidend ist es in jedem Fall zunächst, die Auslöser selbst zu beseitigen. Das Bettzeug sollte im Rhythmus von zwei Wochen bei über 60 Grad Celsius gewaschen werden. Ebenso ist die Kleidung häufiger zu wechseln und zu reinigen. Da jedoch nicht alle Milben entfernt werden können, ist die Behandlung der Hausstauballergie stets mit einem Mediziner abzuklären. Er wird in der Regel einen Test vornehmen und die Überreaktion gegen andere Stoffe ausschließen wollen. Die eigentliche Therapie erfolgt anschließend mit antiallergenen Mitteln in Form von Tabletten, Tropfen oder Spritzen.

Nicht die Milbe selbst verursacht eine Allergie

Auch wenn der Name es vermuten lässt, ist bei einer Hausstauballergie nicht der Staub als solches der Auslöser für eine allergische Reaktion. Tatsächlich ist der Kot von Hausstaubmilben das eigentliche Problem.  Milben finden sich in jedem Haushalt, übertragen keinerlei Krankheiten und sind kein Anzeichen für unzureichende Hygiene.
Die kleinen Spinnentiere, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind, leben vor allem im normalen Hausstaub und ernähren sich überwiegend von menschlichen und tierischen Hautschuppen.  Der Kot der Milbe trocknet und zerfällt sehr schnell und mischt sich dann unter den normalen Hausstaub oder gelangt direkt in die Atemwege. Dieser Kot ist normalerweise absolut harmlos. Bei einem Allergiker löst er jedoch eine Abwehrreaktion des Immunsystems aus.

Feucht-warmes Klima wird von der Milbe bevorzugt. Daher bieten eine starke Luftfeuchtigkeit und Temperaturen ab 25 Grad das bevorzugte Lebensumfeld der gemeinen Milbe. Insbesondere Decken, Kissen, Kuscheltiere und Matratzen stellen ein perfektes Umfeld dar. Die Hausstauballergie zählt zu den Ganzjahresallergien. Denn Milben und daher auch der Milbenkot, sind das gesamte Jahr in unserem Umfeld. Doch auch wenn die Allergenbelastung das ganze Jahr über besteht, ist im Spätsommer und Herbst die Milbenkonzentration durch hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen am stärksten.

In den Wintermonaten nimmt die Allergenbelastung durch den Kot der Milben noch einmal zu, denn in den kalten Monaten stirbt ein Grossteil der Hausmilben ab. Verantwortlich hierfür ist vor allem das für Milben verschlechterte Klima durch sinkende Luftfeuchtigkeit und das beheizen der Wohnräume.  Die zerfallenden Körper und der Kot der Milben setzen in dieser Zeit große Mengen an Allergenen frei, so dass Allergiker gerade zu dieser Zeit vermehrt Schwierigkeiten haben.

Erkältungsähnliche Symptome

Die Symptome einer Hausstauballergie werden häufig regelrecht übersehen, da sie den Symptomen einer Erkältung oder den Beschwerden anderer Allergien, etwa bei Heuschnupfen, sehr ähneln. Insbesondere leiden Betroffene unter Dauerschnupfen und Niesanfällen, welche oftmals zunächst nicht direkt in Zusammenhang mit einer Hausstauballergie gebracht werden. Auch das Jucken sowie das Tränen der Augen werden fälschlicher Weise oftmals eher mit Heuschnupfen in Verbindung gebracht.  Neben diesen Symptomen treten oft auch Halsschmerzen auf. Die Nasen- und Rachenschleimhaut kann, wie auch die Augen, anschwellen. Selbst Kopfschmerzen und unruhiger Schlaf sind nicht ungewöhnlich. Oft werden auch asthmatische Reaktionen, meinst in Form von Husten, beobachtet. Aus diesem allergiebedingten Schnupfen kann sich nach einiger Zeit chronisches Asthma entwickeln.

Durch diese Ähnlichkeiten zu Symptomen einer Erkältung oder anderen Allergien wird die Hausstauballergie in manchen Fällen sogar gar nicht erkannt.  Wird beobachtet, dass diese Symptome das gesamte Jahr über auftreten und sich vor allem nachts und morgens verstärken, kann dies auf eine Hausstauballergie hinweisen und sollte ärztlich kontrolliert werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Um eine erfolgreiche Behandlung anstreben zu können, muss die Hausstauballergie zunächst erkannt und diagnostiziert werden. Eine Anamnese, also eine Einschätzung des Arztes anhand der vom Betroffenen geschilderten Beschwerden, wird bei der Diagnostik von einem Hauttest und einer Blutuntersuchung zum Nachweis der Antikörperchen unterstützt.
Eine medikamentöse Behandlung der Hausstauballergie ist dann möglich. Zu diesem Zwecke werden Präparate wie beispielsweise Antihistaminika in Form von Tabletten, Spray oder Tropfen verschrieben.  Ebenso möglich ist die Anwendung von antiallergischen Augen- und Nasentropfen. Diese Behandlung, die das Abschwellen der Schleimhäute erreichen soll, wird allerdings maximal zehn Tage am Stück angewandt. Des weiteren kommt eine Behandlung mit Cortison in Betracht.

Neben diesen medikamentösen Behandlungen kann auch eine sogenannte Hyposensibilisierung hilfreich sein. Diese Behandlungsmethode wirkt wie eine Gewöhnungskur. In einem Zeitraum von etwa drei Jahren wird das Allergen direkt unter die Haut gespritzt, wobei die Dosis langsam erhöht wird. Bei erfolgreicher Therapie findet eine Gewöhnung des Körpers an das Allergen statt, wodurch die allergiebedingten Beschwerden verschwinden. Diese Therapiemöglichkeit verläuft bei etwa 70 Prozent der Betroffenen erfolgreich, so dass nach Beendigung dieser Behandlung eine Gewöhnung eintritt und die Beschwerden erheblich gemindert werden oder gar nicht mehr auftreten.  Nachteilig bei dieser Methode der Desensibilisierung ist jedoch, dass während dieser Therapiezeit keinerlei antiallergische Medikamente eingenommen werden dürfen.

Einige Allergologen beziehen in die Behandlung gegen eine Hausstauballergie auch homöopathische Mittel ein. Diese sollen die Beschwerden und Symptome lindern. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch umstritten und nicht nachgewiesen.

Allergieauslösendes Faktoren verhindern

Um allergischen Beschwerden bei einer bestehenden Hausstauballergie vorzubeugen, kann zum Beispiel auf gründliches Lüften der Wohnräume geachtet werden. Außerdem sollten Matzatzen regelmäßig durchlüftet und ausgetauscht werden. Matratzen können außerdem mit einem allergendichten Überzug ausgestattet werden.

Um weniger Staub aufzuwirbeln, sollte im Schlafzimmer vor allem auf das kämmen der Haare und das Umkleiden verzichtet werden. Für Allergiker sind im Handel Staubsauger erhältlich, die ein speziell ausgerichtetes Filtersystem (HEPA-Filter) besitzen. Betroffene berichten von einer Besserung der Beschwerden, nachdem zu einem mit HEPA-Filter ausgestatteten Staubsauger gewechselt wurde. Dennoch sollte mit einer Hausstauballergie darauf verzichtet werden, selbst zu saugen oder zum Beispiel die Bettwäsche zu waschen, da bei diesen Arbeiten vermehrt Staub aufgewirbelt wird.

Auf Stofftiere, offene Bücherregale und ähnliche Dinge, an und in denen sich der Staub schnell ansammelt, sollte ebenso verzichtet werden. Bei Lüftungsanlagen sollte auf die regelmäßige Wartung aller Filter geachtet werden. Heizkörper sollten regelmäßig, wenn möglich feucht, gereinigt werden.  Anstatt Teppichen sollte der Wohnraum mit Linoleum oder Holzfußboden ausgestattet werden.